{"id":44,"date":"2020-06-02T12:53:47","date_gmt":"2020-06-02T11:53:47","guid":{"rendered":"http:\/\/5050eltern.de\/?p=44"},"modified":"2020-06-02T12:54:25","modified_gmt":"2020-06-02T11:54:25","slug":"das-gewuenschteste-wunschkind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/5050eltern.de\/?p=44","title":{"rendered":"Das gew\u00fcnschteste Wunschkind&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>eine Rezension des Buchs &#8222;Das gew\u00fcnschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn &#8211; Der entspannte Weg durch Trotzphasen&#8220; (Danielle Graf &amp; Katja Seide)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kannte eigentlich viele (vielleicht sogar alle) Ideen schon von dem bekannten Blog. Ich fand es aber trotzdem interessant das Buch zu lesen (und au\u00dferdem eine M\u00f6glichkeit den Autorinnen quasi etwas zur\u00fcckzugeben). Hier ein Zusammenfassung:<\/p>\n\n\n\n<p>Kapitel 1: Die Wut der Kinder<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Kapitel geht es zun\u00e4chst darum, was im Gehirn vor sich geht bei einem Wutanfall. Die Idee ist dass der &#8222;kognitive&#8220; Teil des Gehirns (der Neokortex) ausgeschaltet ist und nur der &#8222;emotionale&#8220; Teil (das limbische System) funktioniert. In Kapitel 6 wird dann die Methode des Spiegelns vorgestellt, um Kinder in solchen <a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2013\/05\/trotzphase-umgang-mit-wutanfallen-in.html\">Wutanfallsituationen <\/a><a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2017\/02\/wutanfaelle-wegen-natuerlicher-grenzen-wenn-kinder-uns-herumkommandieren.html\">ansprechen zu k\u00f6nnen<\/a>. In Kapitel 1 geht es dann darum, dass Kinder in diesem Alter (ca. 1-4) Selbstregulierung (d.h. Umgang mit ihren Gef\u00fchlen) als auch Empathie erst erlernen m\u00fcssen, und wie man ihnen dabei helfen kann. Das Wissen was Kinder alles noch nicht k\u00f6nnen in diesem Alter hilft, sie anders wahrzunehmen, d.h. ihnen nicht zu unterstellen dass ihr Verhalten b\u00f6swillig ist, sondern zu erkennen dass sie Unterst\u00fctzung brauchen (<a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2013\/03\/empathie-wann-und-wie-erwerben-unsere.html\">beim Erlernen von Selbstregulierung\/Empathie<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Kapitel 2: Die Wut der Eltern<\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es darum <a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2013\/03\/wenn-eltern-wuten-warum-uns-unsere.html\">warum eigentlich die Eltern so w\u00fctend werden<\/a>, und es gibt Tipps wie man sich davon befreien kann. Die Wut kann (i) mit Erlebnissen in der eigenen Kindheit zu tun haben, (ii) damit dass man den Kindern irgendwelche negative Motivationen unterstellt, z.B. die Eltern manipulieren zu wollen, (iii) oder damit weil man schlecht damit umgehen kann dass man sich hilflos gef\u00fchlt hat (weil man z.B. dem Kind nicht helfen kann oder es gerade in einer Gefahrensituation war). Die Tipps sind also sich bewusst zu werden warum man w\u00fctend ist und daran zu arbeiten. Es wird auch eine Methode vorgestellt (&#8222;stummes Selbstgespr\u00e4ch&#8220;) mit der man sich in so einem Moment beruhigen kann damit man das Kind nicht anschreit (oder sogar schl\u00e4gt). Die Idee ist dass man das stumm macht, also man stellt sich vor wie man das Kind anschreit (oder schl\u00e4gt) bis man sich soweit beruhigt hat dass man normal mit dem Kind reden kann. Es wird auch eine Methode vorgestellt (&#8222;Reise in die Vergangenheit&#8220;) wie man sich \u00fcber Erlebnisse in der eigenen Kindheit klar werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich neige seitdem ich erwachsen bin \u00fcberhaupt nicht zu Wut, aber ich kenne soetwas auch. Unser Kind hatte eine Phase in der es sich selbst wehgetan hat wenn es w\u00fctend war (Haare rausziehen, sich in die Hand bei\u00dfen), das hat mich (f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse, d.h. innerlich) sehr aggressiv gemacht. Mein Mann wird genervter als sonst wenn unser Kind jammert, es sich aber nach unechtem Weinen anh\u00f6rt. Das macht es manchmal bei Konflikten aber auch manchmal einfach so, wenn es spielt dass es ein Tierbaby ist (z.B. ein Welpe). In beiden F\u00e4llen ist die Wut\/Verzweiflung gr\u00f6\u00dfer als gerechtfertigt, also auch ein Indiz dass da etwas anderes dahinterstecken k\u00f6nnte. Es ist so hilfreich sich das vor Augen zu f\u00fchren statt sich von seiner Wut\/Verzweiflung leiten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kapitel 3: \u00dcbersetzungshilfen f\u00fcr Eltern kleiner Wutwichtel<\/p>\n\n\n\n<p>Hier entschl\u00fcsseln die Autorinnen Dinge die Erwachsene in Konfliktsituationen als provozierend empfinden (freche Antworten, freches Grinsen, absichtliches Provozieren), d.h. sie beschreiben eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr dieses Verhalten und warum es wichtig ist dass Eltern ruhig bleiben und liebevoll reagieren. Sie beschreiben dass Kinder weniger &#8222;provozieren&#8220; <a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2014\/11\/arten-der-aufmerksamkeit-und-zuwendung-warum-unsere-kinder-manchmal-nicht-genug-zu-bekommen-scheinen.html\">wenn ihr &#8222;Kessel&#8220; gef\u00fcllt ist<\/a>, d.h. wenn sie das Gef\u00fchl haben genug Wertsch\u00e4tzung, Aufmerksamkeit und Liebe zu erhalten. Deswegen soll man statt zu schimpfen besonders liebevoll und zugewandt sein und versuchen dem Kind das zu geben was es braucht um sich wertgesch\u00e4tzt zu f\u00fchlen (eben den Kessel f\u00fcllen).<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommt ein sehr sch\u00f6nes Teilkapitel, &#8222;Baustelle Kooperation&#8220;. Da geht es darum, dass Kinder eigentlich von Natur aus kooperativ ist, <a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2015\/09\/mein-kind-kooperiert-nicht-warum-kinder-scheinbar-nicht-kooperieren-wollen-teil-1-der-serie.html\">es aber verschiedene Faktoren gibt die dazu f\u00fchren<\/a> dass wir das einfach nicht wahrnehmen: (i) weil wir eine falsche Vorstellung davon haben was Kooperation eigentlich bedeutet &#8211; wir denken es bedeutet dass Kinder machen was uns gerade passt, (ii) weil wir unser Kind kognitiv \u00fcbersch\u00e4tzen (s.o.), (iii) <a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2015\/09\/wie-man-die-kooperationsbereitschaft-von-kindern-erhoehen-und-verbessern-kann-teil-2-der-serie.html\">weil wir \u00fcbersehen wie h\u00e4ufig Kinder tats\u00e4chlich kooperieren<\/a>, (iv) weil Erwachsene die Erwartung haben dass Kinder unkooperativ sind (da wird auch kurz \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.gewuenschtestes-wunschkind.de\/2014\/04\/manipulation-kind-warum-lob-und-loben-kindern-schadet.html\">die m\u00f6glicherweise kontraproduktive Auswirkung von Loben<\/a> gesprochen). Ausserdem wird Kindern Kooperation h\u00e4ufig aberzogen, z.B. dadurch dass wir Kinder nicht an Dinge heranlassen die sie noch nicht k\u00f6nnen (z.B. bei der Hausarbeit) weil es meist noch mehr Arbeit macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Kapitel 4: Trotzdem: Autonomie f\u00f6rdern<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist daher wichtig Kooperationsbem\u00fchungen zu sehen und den Kindern mitzuteilen dass man sie gesehen hat. Ausserdem ist es wichtig, selbst Kooperation vorzuleben, indem man auf die W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse der Kinder wenn m\u00f6glich eingeht, sowie soziales Verhalten\/gesellschaftliche Regeln vorzuleben. Drittens ist es wichtig, den Kindern die M\u00f6glichkeit zu geben selbst zu entscheiden ob und wann sie kooperieren m\u00f6chten. Man muss den Kindern f\u00fcr ihre Entscheidung auch genug Zeit lassen. Hier wird auch beschrieben dass man dabei aber auch klar die eigenen Grenzen und Gef\u00fchle zeigen soll, also &#8222;authentisch sein&#8220;, damit die Kinder wissen welchen Einfluss ihre Entscheidung auf andere hat. Und au\u00dferdem soll man &#8222;klar&#8220; sein. Die Autorinnen beschreiben dass Kinder Unsicherheit sp\u00fcren k\u00f6nnen &#8211; im Gro\u00dfen wie im Kleinen. Im Gro\u00dfen bedeutet das dass man Vertrauen in seine Kinder und ihren Kooperationswillen haben soll und das auch ausstrahlen soll. Im Kleinen bedeutet das dass man klar sein soll was eigene Entscheidungen \/ Entscheidungsprozesse angeht, also z.B. statt eines z\u00f6gerlichen Jas\/Neins eher sagen dass man da erst noch einen Moment \u00fcberlegen muss, oder die Kinder in den Entscheidungsprozess miteinbeziehen &#8211; vielleicht haben sie eine kreative L\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p>Kapitel 5: Tipps und Tricks f\u00fcr einen entspannten Alltag<\/p>\n\n\n\n<p>Am Schluss gibt es ein Kapitel mit Beispielen von h\u00e4ufigen Konfliktsituationen, die jeweils eingeteilt sind in &#8222;Warum ist das so?&#8220; und &#8222;Was hilft?&#8220;. Da geht es um Treppen steigen, anziehen, Teller\/Becher herunterwerfen beim Essen, Wegrennen im Stra\u00dfenverkehr, ins Bett gehen, Wickeln, usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch ist sehr sch\u00f6n weil es wahnsinnig viele Fallbeispiele gibt, es ist sehr konkret. Ich fand aber schade dass im Gegensatz zum Blog irgendwie Referenzen herausgestrichen wurden. Vielleicht macht man das so bei Sachliteratur die keine Fachliteratur ist (da kenne ich mich zu wenig aus), aber aus dem Blog ist klarer ersichtlich woher die Autorinnen ihre Erkenntnisse haben als aus dem Buch, finde ich. Ansonsten wie gesagt wirklich sehr sehr hilfreich, einfach und unterhaltsam geschrieben &#8211; ganz wie der Blog, den ich sehr gerne lese.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eine Rezension des Buchs &#8222;Das gew\u00fcnschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn &#8211; Der entspannte Weg durch Trotzphasen&#8220; (Danielle Graf &amp; Katja Seide) Ich kannte eigentlich viele (vielleicht sogar alle) Ideen schon von dem bekannten Blog. 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