{"id":38,"date":"2020-04-14T19:24:07","date_gmt":"2020-04-14T18:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/5050eltern.de\/?p=38"},"modified":"2020-06-02T12:57:51","modified_gmt":"2020-06-02T11:57:51","slug":"beduerfnisorientierte-erziehung-attachment-parenting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/5050eltern.de\/?p=38","title":{"rendered":"Bed\u00fcrfnisorientierte Erziehung \/ Attachment Parenting"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin sehr froh dass ich schon sehr fr\u00fch auf dieses Thema gesto\u00dfen bin, eigentlich schon w\u00e4hrend der Schwangerschaft. Bed\u00fcrfnisorientierte Erziehung ist ein Erziehungsstil der mich sehr angesprochen hat weil die grundliegende Idee dahinter sehr wertsch\u00e4tzend dem Kind gegen\u00fcber ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Man denkt vielleicht erst einmal, und in diese Falle bin ich auch erst getappt, dass die Grundidee ist, m\u00f6glichst alle W\u00fcnsche des Kindes zu erf\u00fcllen. Aber das stimmt nicht, die Kernidee ist dass Kinder im Grunde kooperativ sind, und dass man versucht zu entschl\u00fcsseln was hinter irgendwelchen Konflikten die man mit dem Kind hat stecken k\u00f6nnte. Es geht darum zu verlernen dem Kind irgendwelche negativen Motive zu unterstellen und\/oder ihm die Schuld f\u00fcr den Konflikt in die Schuhe zu schieben. Stattdessen soll man einerseits im Blick haben dass Kleinkinder in einem Entwicklungsstadium sind in dem sie mit sehr vielen Sachen noch nicht umgehen k\u00f6nnen und wir die Verantwortung haben ihnen dabei zu helfen das zu lernen. Andererseits sollte man wenn Konflikte geh\u00e4uft auftreten \u00fcberlegen ob es irgendein Grundbed\u00fcrfnis gibt das vielleicht nicht erf\u00fcllt ist. Also quasi weg von dem konkreten Fall (z.B. das Kind bei\u00dft andere Kinder) ganz rational zu ergr\u00fcnden was man machen kann um dem Kind generell zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche W\u00fcnsche man nun erf\u00fcllt und welche nicht ist familiensache. Es ist schwieriger respektvoll &#8222;nein&#8220; zu sagen als &#8222;ja&#8220; (da man in diesem Moment ja quasi seine Macht als Elternteil durchsetzt), und z.B. die &#8222;<a href=\"https:\/\/5050eltern.de\/?p=44\">gew\u00fcnschtestes Wunschkind<\/a>&#8220; Autorinnen raten auch, sich das &#8222;Nein&#8220; gut zu \u00fcberlegen (also nicht dauernd z.B. aus Bequemlichkeit, Gewohnheit, Angst vor der Meinung Anderer, usw. &#8222;nein&#8220; zu sagen). Ich als Mensch der eher vielleicht zu h\u00e4ufig &#8222;Ja&#8220; sagt (auch aus Bequemlichkeit, Gewohnheit, und Konfliktscheu) bin aber auch der Meinung dass man sich auch sein &#8222;Ja&#8220; wenn m\u00f6glich gut \u00fcberlegen soll. Also f\u00fcr Menschen wie mich ist es wichtig sich einen Moment Gedanken zu machen ob das Kind dabei etwas neues erleben und lernen kann (z.B. wenn es die Jacke erstmal nicht anziehen will sondern vielleicht erst drau\u00dfen, wenn es mit irgendwelchem Schmodder spielen will den man selber eklig findet, wenn es irgendeinen komplett anderen Weg gehen will der einen gar nicht nach Hause bringt etc.), oder ob es etwas ist was eher negative Konsequenzen hat (Schokolade zum Fr\u00fchst\u00fcck, viel Medienkonsum). Ich denke auch das mit den negativen Konsequenzen kann man mal machen, aber eben nicht dauerhaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits muss man bei all dem auch gut zu sich sein. Also wenn man die Entscheidung trifft einem Wunsch nachzugehen und dann gleich danach merkt dass das keine gute Idee war (und man erzieht bindungsorientiert und sucht die Schuld f\u00fcr die Konsequenzen daher nicht beim Kind), hilft es, finde ich, sehr, das als eine Art Lernprozess zu sehen statt ein schlechtes Gewissen zu haben oder das Gef\u00fchl zu haben man hat in dem Moment als Elter versagt. Man muss eben lernen wie viel man dem Kind und auch sich selbst zumuten kann, und dabei Dinge ausprobieren. Bed\u00fcrfnisorientierte Erziehung hei\u00dft eben auch, zu versuchen die Bed\u00fcrfnisse aller Beteiligten (auch die eigenen) im Blick zu behalten und bei Entscheidungen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel: Wenn ich z.B. dem Wunsch meines Kindes nachgebe einfach geradeaus zu laufen obwohl ich wei\u00df dass wir dann nicht p\u00fcnklich etwas zu Abend essen k\u00f6nnen und dann beide hungrig und genervt sind &#8211; ich noch mehr als das Kind -, dann darf ich die Schuld nicht beim Kind suchen. Ich bin ja die Erziehungsperson und es war letztendlich meine Entscheidung ob wir das machen. Ich sollte also nicht sagen: &#8222;Siehst du, das passiert wenn wir geradeaus laufen, das hast du jetzt davon.&#8220; Ich sollte mir aber auch keine Vorw\u00fcrfe machen. Es ist ja nichts schlimmes passiert: wir kaufen eine Brezel, das Abendessen wird ein bisschen nach hinten verschoben und das Kind hat dann evtl halt keinen Hunger mehr weil es schon eine Brezel gegessen hat. Daf\u00fcr hat es herausgefunden was am Ende der Stra\u00dfe ist an der wir sonst immer vorbei laufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes Beispiel: Ich gebe z.B. dem Wunsch meines Kindes nicht nach mit ihm vor anderen Menschen Hund und Herrchen\/Frauchen zu spielen, weil ich Lust habe mich mit diesen Menschen zu unterhalten und es mir vor ihnen auch ein bisschen peinlich ist auf allen Vieren mit dem Po zu wackeln w\u00e4hrend ich einen Frisbee im Mund habe. Das Kind ist dann evtl sehr traurig und w\u00fctend und man muss ihm in diesem Moment helfen mit diesen Gef\u00fchlen umzugehen, d.h. es tr\u00f6sten und f\u00fcr es da sein. Das bedeutet aber nicht dass ich nachgebe und den Hund spiele, es bedeutet einfach dass ich anerkenne dass das Kind noch zu klein ist um alleine mit seinen negativen Gef\u00fchlen klar zu kommen, und ich oder wir versuchen zu helfen (h\u00e4ufig l\u00e4sst sich das Kind bei uns eher von der Person tr\u00f6sten die den Wutanfall nicht mitverursacht hat). Das bedeutet nat\u00fcrlich auch dass mein Wunsch mit meinen Freunden zu reden in diesem Moment nicht erf\u00fcllt werden kann, aber das sollte ich dem Kind nicht vorwerfen &#8211; es kann ja nichts daf\u00fcr dass es von seinen Gef\u00fchlen \u00fcberrannt wird und sie noch nicht im Griff hat. Ich sollte aber auch kein schlechtes Gewissen haben weil ich quasi die Ursache des Wutanfalls bin. Mein Kind kann den Umgang mit negativen Gef\u00fchlen nur erlernen wenn es sie erlebt. Wenn wir also versuchen w\u00fcrden jeglichen Frust von ihm fernzuhalten, w\u00fcrden wir ihm auch keinen Gefallen tun. Au\u00dferdem, so schreibt Jesper Juul, ist es f\u00fcr die Kinder wichtig, die pers\u00f6nlichen Grenzen der Eltern zu erfahren um selbst sp\u00e4ter in der Lage zu sein, pers\u00f6nliche Grenzen zu setzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin sehr froh dass ich schon sehr fr\u00fch auf dieses Thema gesto\u00dfen bin, eigentlich schon w\u00e4hrend der Schwangerschaft. 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